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Netztopologisches Navigationskonzept

Bedienung

Die Navigation ist in drei Bereiche untergliedert.

Hauptmenü

Über das Hauptmenü haben Sie wie gewohnt direkten Zugriff auf die Hauptbereiche unserer Website.

Netztopologische Navigation

Dieser Bereich ist wiederum in drei Bereiche unterteilt:

History: Oben finden Sie Ihre History, also die Seiten, die Sie zuletzt besucht haben.
Present: In der Mitte steht der Titel der aktuellen Seite.
Future: Unten stehen die zur aktuellen Seite passenden Links. Diese sind nach Zugehörigkeit gewichtet, d.h. enger verwandte Seiten stehen weiter oben, weniger verwandte Seiten stehen weiter unten in der Liste.

Themenverwandte Links

Seiten, die nicht eng mit der aktuellen Seite verwandt sind, aber dennoch weiterführende Themen behandeln, werden hier aufgelistet.

Warum eine Netztopologie?

Seit der Entstehung des World Wide Webs im Jahre 1989 durch Tim Berners-Lee haben sich Websites stark in Form und Funktionalität verändert. Standen am Anfang puristische Listen und Texte voll mit wissenschaftlichen Essays im Vordergrund, sind es heute farbenfrohe Layouts ggf. unterstützt durch ein datenbankgestütztes Backend.

Layout ist Geschmacksache. Der eine steht mehr auf schnelle fachliche Informationen ohne viel Tamtam. Der andere will ausgefeilte Layouts mit hochqualitativen Bildern.

Der häufigste Kritikpunkt, der im allgemeinen über Websites angeführt wird ist nicht das Layout, es ist die Navigation. Ein Problem war und ist die Strukturierung des Contents, die Navigation und die Benutzerführung.

Diesem Problem wollen wir uns aktiv stellen und haben eine innovative Lösung ausgearbeitet, die auf dieser Website zum Einsatz kommt.

Herangehensweise

Der Navigation Raum verschaffen

Ein Besucher muss sich auf einer Site zurecht finden: woher komme ich, wo bin ich, wohin kann ich gehen. Obwohl die Beantwortung dieser Fragen wichtig ist für den Erfolg einer Website, gibt man der Navigation normalerweise nur einen untergeordneten Raum im Layout. In unserem Layout nimmt die Navigation fast die Hälfte des Raumes ein, wodurch im Layout manifestiert wird, dass Navigation und Orientierung denselben Stellenwert einnehmen, wie der Inhalt.

Trennung von Navigation und Content

Ein Fehler, der häufig gemacht wird, ist den Content noch zusätzlich mit Links zu füllen. Der Besucher wird hier in seinem Lesefluss gestört, weil er entscheiden muss, ob er dem Link folgt oder weiter lesen soll. Akzeptabler sind hier eher die sogenannten themenverwandten Links, die oft in der rechten Spalte aufgelistet werden.

Wir haben auf unserer Website nur dann Links in den Content eingebaut, um physikalisch vorhandene Seiten zu einer logischen Einheit zu verknüpfen. Themenverwandte Links erscheinen auch in der Navigationsspalte. So erreichen wir eine klare Trennung zwischen Navigation und Content, zwischen Bedienung und Benutzung.

Netztopologische Struktur

Wenn man wenige Elemente strukturiert, z.B. den Einkaufszettel, dann wählt man die Liste als Methode.

Ab ca. 10-50 Elementen (das hängt ab von der Homogenität der Elemente) wird eine Liste unübersichtlich, hier nimmt man die hierarchische Strukturierung als Methode. Die Dateien und Ordner auf einem Computer sind zum Beispiel so organisiert.

Ab 250-1000 Elementen wird auch dies unübersichtlich und da kommt die netztopologische Struktur ins Spiel. Hierbei wird der Tatsache Geltung verschafft, dass ein Thema nicht nur einem Hauptthema, sondern mehreren untergeordnet sein kann. Dies ist bei den üblichen hierarchischen Navigationskonzepten unmöglich. Wenn Sie viel mit Rechnern zu tun haben, ist es Ihnen wahrscheinlich auch schon mal passiert, dass Sie nicht wussten, in welches Verzeichnis die neue Datei jetzt rein soll, weil die Datei eigentlich zu zwei Ordnern (Kategorien) gehört.

In einer netztopologischen Struktur gibt es keine Haupt und Unter und Unterunter. Es gibt nur ein Nebeneinander.

Wichtige Elemente (Knoten) zeichnen sich dadurch aus, dass viele Verbindungen (Kanten) von ihnen ausgehen bzw. zu ihnen hinführen. Städte und Straßen können hier als Modell dienen. Große Städte haben viele Ein-/Ausfallsstraßen, die sie mit Nachbarorten (gehören zum Kontext der Stadt), aber auch zu anderen Städten verbinden (Kontextwechsel). Die Stärke der Verbindung (Kantengewichtung) zeigt sich in der Art der Straße (Weg, Strasse, Autobahn).

Steigt die Zahl der Elemente noch weiter an, z.B. über 100 000, dann reicht auch eine einfache netztopologische Struktur nicht mehr aus. Man muss sie verfeinern.
Vernetzt man 100 000 Elemente, dann wird man feststellen, dass sich Cluster bilden, also Elementansammlungen (Knotencluster), die stärker zusammen gehören als andere Elemente, die wiederum zu anderen Knotencluster gehören.

Als Anschauungsmodel können auch Städte und Straßen dienen, nur das Häuser und Gassen mit hinzukommen. Städte sind Knotencluster. Häuser sind Elemente, die über Gassen, Wege, Straßen und Stadtautobahnen eng miteinander vernetzt sind. Ein- und ausgehende Straßen führen zu den naheliegenden Satellitenclustern (Vororten), die wiederum eine eigene Einheit bilden, aber noch recht eng mit der Stadt verbunden sind.

Zusammenfassung

Bei Websites über 250 Seiten kommt eine hierarchische Navigation schnell an ihre Grenzen. Netztopologische Strukturierungsmethoden können hier eine Lösung darstellen. Unsere Website soll das Handling und die Problematik, die Vorteile, aber auch die neuen Nachteile verdeutlichen und wie wir hoffen zur Diskussion anregen.

Hauptmenü

Auflistung und Einstiegspunkte in unsere Knotencluster (im Modell Städte).

Netztopologische Navigation

Dieser Bereich ist wiederum in drei Bereich unterteilt:
History: Dient zur Orientierung. Die Frage woher komme ich wird beantwortet und ein einfaches Zurück ermöglicht.
Present: Die Frage wo bin ich wird so beantwortet.
Future: Nach Kantengewichtung (Relevanz) geordnete Liste von benachbarten Knoten.

Themenverwandte Links

Knoten, die in loser Beziehung zum aktuellen Knoten stehen.

Gesellschaftspolitischer Diskurs

Wir haben hier diskutiert und uns ist keine Kultur, sowohl aktuell als auch historisch, eingefallen, die sich mit netztopologischen Methoden organisiert hat.
Wir Menschen werden von Kind an trainiert hierarchisch zu strukturieren, hierarchische Strukturen zu erkennen und analysieren zu können. Auch Politik und Wissenschaften strukturieren ihre Inhalte hierarchisch.

Liegt darin nicht oftmals ein oder sogar der Fehler, sind dadurch nicht Grenzen festgelegt, die dazu führen, dass die Realität nicht richtig abgebildet wird?
Ob UN oder EU, es sind hierarchische Systeme, die nur durch ein Übermaß an Bürokratie zu verwalten und zu organisieren sind und den Blick auf die facettenreiche Realität verlieren.

Lebendige, wachsende Systeme sind netztopologisch organisiert. Städte und Straßen sind ein von Menschen geschaffenes System, das gewachsen ist, aber auch unser Körper ist netztopologisch organisiert wie bei genauerer Betrachtung das Leben im allgemeinen.

Das ist eine Schwelle, die der Mensch überschreiten muss, wenn er sich weiterentwickeln will. Gerade auch im Zuge der Globalisierung und der Informationsgesellschaft.

Was wir brauchen ist eine auf netztopologische Strukturen trainierte Denkweise, die auch schon in Schulen durch ganzheitliches, vernetztes Lehren gefördert werden sollte.

Die Realität ist netztopologisch strukturiert.